Rückblick · All About Process Management 2026 · ICS Stuttgart

Zwei Organisationen, eine Frage: Was gilt eigentlich?

Ein Impfstoffhersteller vor der Umstellung auf S/4HANA, eine Berufsfeuerwehr vor dem Ernstfall. Auf der AAPM haben beide gezeigt, was passiert, wenn eine Organisation ihre eigenen Unterlagen gegeneinander liest. Für alle, die nicht in Stuttgart waren.

Organisationen wissen viel über sich. Genutzt wird davon wenig.

Wir waren mit einer Frage in Stuttgart: Kann eine Organisation ihr eigenes Wissen nutzen, wenn es darauf ankommt, vor einer Migration oder im Einsatz? Den Ansatz dahinter nennen wir Organizational Intelligence System. ProcessForge ist das Werkzeug, mit dem wir ihn heute umsetzen. In vielen Gesprächen am Stand ging es genau darum. Prozesse zu malen, damit sie im Audit vorliegen, reicht vielen nicht mehr. Gefragt war, was mit dem vorhandenen Wissen passiert.

Vor der Migration und vor dem Ernstfall

IDT Biologika: 27 Jahre Eigenentwicklung vor S/4HANA klärenVor der Migration musste IDT Biologika wissen, was mehr als 100 Eigenentwicklungen tun und warum es sie gibt. Das Wissen lag in 52 Quellen aus 27 Jahren, von Scans und Faxen bis zu Code-Kommentaren. Michael Pilz, Director IT Management, und Jobst von Heintze haben im Vortrag „Hunderte Beratertage später“ gezeigt, was ProcessForge daraus gemacht hat. Nach 14 Arbeitstagen lag eine Entscheidungsgrundlage vor: 50 Prozent der Eigenentwicklungen entfallen, 10 Prozent bleiben bewusst Custom Code, 5 Prozent brauchen eine Fachentscheidung.
Feuerwehr Düsseldorf: wissen, was im Ernstfall giltDie Feuerwehr Düsseldorf hat ihre Einsatzunterlagen für zwei Großobjekte gegeneinander lesen lassen, Pläne, Handkarten und Präsentationen aus verschiedenen Jahrgängen. ProcessForge hat 31 Quellen eingelesen, jede Aussage mit Fundstelle im Original. Das Ergebnis der ersten Auswertung, wie es in der Masterclass zu sehen war: 38 Widersprüche zwischen Quellen, 27 Lücken, 40 Hinweise und 39 Übereinstimmungen. Dazu kommen 21 Dokumente, die in den Unterlagen zitiert werden, aber nicht vorliegen.
Was die Analyse leistet, und was nichtEine Zufahrt ist mit „beschränkter Durchfahrtshöhe“ vermerkt, wie hoch sie ist, steht in keinem Dokument. Entscheiden, was gilt, und nachmessen müssen weiter Menschen. Die Analyse zeigt ihnen, wo sie anfangen sollten. Als Nächstes sortiert die Feuerwehr die Widersprüche in solche, die sie intern lösen kann, und solche, die sie mit Partnern klären muss.
In vier SchrittenQuellen einlesen, in jedem Format, die Systeme bleiben, wie sie sind. Aussagen bilden, jede mit Inhalt, Quelle, Kontext und Gültigkeit. Widersprüche und Lücken führen, bis jemand entschieden hat. Entscheidungen belegen: wer, wann, warum. Wer ein Prozessmodell braucht, bekommt es als eines von mehreren Ergebnissen.

30. September bis 1. Oktober 2026

Zwei Tage im ICS Stuttgart

Zum Mitnehmen aus der Masterclass

„Wenn die Lage kippt“ begann mit einem Szenario: ein herrenloser Koffer, und Sie sind als Erstes vor Ort. Danach haben die Teilnehmenden in Gruppen ihren eigenen Fall skizziert, entlang von sechs Fragen. Eine Gruppe hat den Koffer durch einen IT-Sicherheitsvorfall ersetzt und festgestellt, dass die Meldekette genau die Systeme voraussetzt, die im Vorfall ausfallen.

  1. 1Die heiße Phase

    Was passiert? Wer muss handeln?

  2. 2Unsicherheiten

    Was wissen Sie in dem Moment nicht?

  3. 3Wo liegt das Wissen?

    In Dokumenten, Systemen und Köpfen.

  4. 4Widersprüche

    Zwischen Quellen, Plänen und Zuständigkeiten.

  5. 5Die kalte Phase

    Was muss heute vorbereitet sein?

  6. 6Mein erster Schritt

    Eine konkrete Maßnahme in den nächsten 30 Tagen.

    Darüber sprechen →

Die Fortsetzung auf der Smart Country Convention

Zwei Wochen später war die Feuerwehr Düsseldorf mit uns in Berlin: dreimal auf unserer Bühne, David von der Lieth zusätzlich auf der Bitkom Green Stage. Dazu ein Praxisbericht aus der Landesverwaltung und der Fördermittel-Agent mit innovo consultING.

Zum Rückblick SCCON 2026 →

Nicht in Stuttgart gewesen?

Was würde ein solcher Abgleich bei Ihnen zeigen?

Name und E-Mail genügen. Wir melden uns für 20 Minuten, in denen wir zuhören: Ihr Vorhaben, Ihre Unterlagen, Ihre offenen Fragen. Ob S/4-Migration, Audit oder Notfallplanung.

Zwanzig Minuten, kein Pitch.

Gespräch